
Das deutsche Wirtschaftswunder und die damit verbundene Finanzkraft haben bei einigen großen deutschen Privatfirmen den Wunsch aufgebracht, ins Ausland zu expandieren. Um die internationalen Märkte zu erreichen, haben sie ihre Unternehmens- und Produktpräsentationen in verschiedene Sprachen übersetzen und vertonen lassen. Werbeagenturen und Tonstudios wurden beauftragt, internationale Werbekampagnen zu entwickeln. Für die Vertonung von Werbespots wurden oft Sprecher der ARD-Sendungen beauftragt - ein Garant an muttersprachlichen Sprechern mit täglicher Praxis. Diese professionellen Native-Speaker haben im Laufe der letzten Jahrzehnte entscheidend dazu beigetragen, dass wettbewerbsfähige Produkte der deutschen Wirtschaft die internationalen Märkte erobern konnten.
2003 wurden die muttersprachlichen Sendungen der ARD eingestellt. Viele der damaligen Profi-Sprecher sind in ihre ursprüngliche Heimat zurückgekehrt. Inzwischen sind in Deutschland Native-Speaker mit täglicher Mikrofonpraxis selten zu finden.
Die Folge sind beispielsweise im Falle von Spanisch der für das Zielland falsche Einsatz von spanischen bzw. lateinamerikanischen Spanisch-Sprechern, gravierende Sprach- bzw. Übersetzungsfehler sowie das Einschleichen von sogenannten „false friends“.


